M1 Kaaspeltmillen

Die Tenkesmühle war die einzige Getreidemühle im Dorf. Oberhalb Drauffelt gab es die Kaaspeltmühle, die dem Grafen von Clerf gehörte. Unter österreichischer Herrschaft ist im Kadaster von Kaiserin Maria Theresia, der Zinsbauer Heinrich PLETSCH als Verwalter des Hofs und der Mühle von Katzfeld eingetragen. Er und seine Frau Maria HOFS verfügten über das Haus mit Backhaus und über Stallungen und Scheune. Sie verwalteten auch die Mühle, die an der Clerve lag und zur Pfarrei Weicherdingen gehörte. In der Mühle mussten acht Einwohner von Drauffelt, drei von Wilwerwiltz, zwei von Weicherdingen und zwei von Mecher ihr Getreide mahlen lassen, sie waren auf die Mühle gebannt.

Nicolas ANTONI *__.__.____ + zwischen 1728 und 1731 in Katzfeldverheiratet mit Margaretha HOFFS

Aus dieser Ehe gingen 7 Kinder hervor, von denen die jüngste Tochter Maria HOFS auf der Mühle blieb. Sie heiratete Henericus PLETSCH aus Lellingen. Nach dieser Geburt starb Nicolas ANTONI und seine Witwe Margaretha HOFFS heiratet wenig später Petrus FRERES aus Dahnen. Dieses Paar hatte noch 4 Kinder, wovon Michel HOFFS *17.03.1733, Geistlicher wurde. Er war Kaplan in Weiler und in Neuerburg (D). Wurde danach Frühmesser in Fouhren und in Ammeldingen (D), wo er am 18.12.1791 starb.

Henericus PLETSCH *__.__.1717 in Lellingen – +02.11.1791 in Katzfeld verheiratet am __.__.1753 in ___________ mit Maria HOFS *08.03.1728 in Weicherdingen – +

Das Paar hatte 13 Kinder von denen die Tochter Margaretha HOFS auf der Mühle blieb und mit ihrem Ehemann Heinrich HATZEN den Mühlenbetrieb weiterführte.

Margaretha HOFS *16.04.1759 in Katzfeld (Weicherdingen) – +02.04.1826 im Katzfelderhof verheiratet am 28.11.1784 in Weicherdingen mit Heinrich HATZEN *28.04.1761 in Tadler – +12.04.1829 in Katzfeld

Zwischen 1786 und 1794 kamen 7 Kinder dieses Ehepaares auf dem Katzfelderhof zur Welt. Die Tochter Maria Margaretha HOFS, die den Namen der Mutter trug, heiratete Michel MAJERUS aus Brachtenbach.

Maria Margaretha HOFS *__.__1790 in Katzfeld (Weicherdingen) – +14.04.1850 in Selscheid verheiratet am 24.01.1814 in Weicherdingen mit Michel MAJERUS *08.11.17687 in Brachtenbach – +09.10.1845 in Selscheid

Von ihren 5 Kindern kamen deren noch 2 auf dem Katzfelderhof zur Welt, bevor das Paar zwischen 1817 und 1820 nach Selscheid ging.
In der Zeit der französischen Herrschaft wurde die Mühle nicht als Nationalgut beschlagnahmt, sondern blieb im Besitz des Grafen. Aus der Bannmühle wurde eine Privatmühle. Nach der Familie MAJERUS kamen von der Merkholtzer Mühle, die Eheleute Franz BARTHEL und Catherine WAGENER als Pächter auf die Mühle.

Ihnen folgte die Müllersfamilie Nicolas KOENER aus Clerf und seine Ehefrau, die Notarstochter Ferdinande ENSCH.
Anschlessend lebte die Familie Jean-Joseph ZIMMER aus Hosingen und seine Ehefrau Marguerite KLEIN aus Clerf in der Mühle.

Zwischen 1835 und 1840 veräußerte der Graf die Mühle und sie ging in den Besitz von Etienne HEIDERSCHEID aus Buschrodt über. Letzter Müller in der Kaaspeltmühle war um 1868 der Wandermüller Jean KIEFFER.

Der Bau der Eisenbahnlinie bedeutete das Ende für die Kaaspeltmühle , da der Bahndamm nahe an der Mühle gebaut wurde und dabei der Mühlenweg zerstört wurde.

Kaaspelterhaff

Auf diesem Bild ist der „Kaaspelterhaff“ zu sehen wie er heute scheinbar im Dornröschenschlaf dahinsiecht. Die Mühlenstelle liegt ungefähr 400 Meter nördlich, gegenüber dem verlassenen Bahnwärterhaus.

karte drauffelt
M2 Tenkesmillen
1.

Peter TENKES (Ackerer und Müller in der Tenckes Mühle unterhalb Drauffelt) und Maria Catharina SCHANCK leben von 1858 bis 1873 in Drauffelt.

Am Samstag, den 12. Juli 1873 wird das Anwesen der Tenkesmühle zwangsversteigert. Die Versteigerung findet um zwei Uhr nachmittags in der Wirtsstube Mangers in Drauffelt statt:

Le samedi, douze juillet 1873, vers deux heures de l’après-midi, il sera preocédé dans le cabaret Mangers à Drauffelt , en vertu d’une ordonnance rendue par Monsieur le Juge de paix du canton de Clervaux, en date du 29 mai 1873, enregistrée, par le ministère de Me Klein, notaire à Wiltz, en présence de Monsieur le .Juge de paix dudit, à la vente par expropriation forcée des immeubles saisis sur:

1) Pierre Tenckes et
2) Catherine Schanck, son épouse, conjoints-meuniers et laboureurs derneurant ensemble au moulin de Drauffelt , par procès-verbal de l’huissier Fautsch de Wiltz en date du vingt-quatre mars 1873, dument visé, enregistré et transcrit avec l’exploit de dénonciation au bureau des hypothèques à Diekirch le sept avril 1873, vol. 10, n° 8, a la requète de Me Georges Rischard, ci-devant notaire, aujourd’hui proprietaire- rentier, derneurant a Wiltz, immeubles dont la designation suit:
1) Une pièce de terre labourahle, située an lieu dit: „Stahkampgen”, entre Jean Riicken, les enfants de Jean Tenckes et Georges Reding, contenant en superficie en- viron 24 ares 60 centlares ;
2) Deux haies à écorces, lieu dit: „anf der Dricht4, ne formaiit qu’un ensemble, traversers par un chemin rural, entre Michel Tenckes et les heritiers Hantzen, contenant environ 98 ares 50 centiares;
3) Une piece de terre labourahle et des haies a eeorces, le tout ne formant qu’un ensemble, lieu dit: „Arseit bei der Dricht”, entre Georges Reding de deux cotes, la veuve Bourg de Weicherdange et Nicolas Tenckes, contenant environ un hectare 60 centiares ;
4) Un bois, des haies a eeorces et un sart, le tout ne formant qu’un ensemble, lieu dit: „iu der Steck”, nurae- ros 135, 136 et 137 du cadastre, entre Michel Tenckes et Mathias Kuborn de Donnange, contenant environ 84 ares 46 centiares ;
5) Un sart, des haies h eeorces et une pi&ce de terre labourahle, le tout ne formant qu’un ensemble, lieu dit: „Maleck”, nuroe’ros 271, 272 et 273 du cadastre, entre Jean Riicken, Michel Tenckes et Mathias Tenckes et Georges Reding, contenant environ 63 ares 10 centiares;
6) Deux pr&s, lieu dit: „Muhle\viesa, numeros 578 et 579 du cadastre, une piece de terre labourahle, pres de deux canaux, trots pris, un moulin à farine à trois tournants, une maison avec grange, ecuries, étahles, toits h pore, hanqard, places vagues, aisatices et place a fumier, le tout ci-dessus ne formant qu’un ensemble, situé au lieu-dit: „unter den Kreuzerger”, numéros 592, 594,236, 594-237, 594/241, 594,242, 594,372, 594/494 et 594/371 du cadastre, le tout est bâti en pierres, la grange, les écuries, les toits a pore et le hangar sont couverts en chaume. et la maison d’habitation et le moulin à farine sont couverts en ardoises, entre le chemin communal d’Enscherange a Clervaux en liant, les héritiers Hantzen de Drauffelt , les sieurs Freres frères d’Enscherange et le ruisseau dit »Clerff« des autres côtés, contenant en superficie environ un hectare 89 arcs 28 centiares …..

Zwischen 1882 und 1892 lebt die Familie HOFER in der Drauffeltermühle, wobei es sich wahrscheinlich um die Tenkesmühle handelt.

Joseph HOFER *19.08.1847 in Sehlem (D) -+12.10.1926 in Körv (D) verheiratet am 10.10.1874 in Sehlem (D) mit Catharina HAMMES *20.02.1856 in Ferschweiler (D) – +27.06.1921 in Surré

Joseph HOFER und Catharina HAMES haben 10 Kinder wovon 4 in Drauffelt geboren sind:

Christoph HOFER *28.07.1883 in Drauffelt – +29.07.1885 in Drauffelt
Sebastian HOFER *18.01.1886 in Drauffelt – ++__.__.1963 in New York, er war nach Amerika ausgewandert
Catharina HOFER *08.03.1888 in Drauffelt – +__.__.____ in _________, sie war nach Amerika ausgewandert
Anna Margaretha HOFER *07.01.1891 in Drauffelt – +__.__.____ in _________, sie war nach Amerika ausgewandert

Von Drauffelt aus zog es die Familie HOFER auf die „Tokkemillen“ bei Harlingen und danach auf die „Schaulsmühle“ am Betlerbach bei Syr.

Die Clerve führte nicht immer genug Wasser um die „Tenkesmühle“ und die „Frèresmühle“ mit Wasser zu versorgen. Als Peter TENKES die Mühle bauen wollte, bekam er Kontakt zu FRERES aus Enscheringen, dem die Wiesen unterhalb des vorgesehenen Standortes gehörten. FRERES gab Peter TENKES den Rat, die Mühle doch höher am Dorf Drauffelt zu errichten, dort wo das Gefälle des Baches grösser und dadurch ergiebiger sei. Peter TENKES war wie er war, ziemlich eigenwillig, nahm diesen Rat nicht an. Er begann mit dem Ausschachten der Fundamente für die zu errichtende Mühle. Das gefiel FRERES, der Gerber in Enscheringen war, gar nicht und es kam zum Streit zwischen beiden „Kischpelter“. Daraufhin erbat FRERES die Genehmigung, weiter unten am Lauf der „Clerve“ seine Mühle, die „Frèresmühle“ zu bauen. Da er wohlhabend war, zeitweilig sieben Arbeitspferde besass, war der Bau der „Frèresmühle“ schnell abgeschlossen und diese konnte noch vor der „Tenkesmühle“ in Betrieb gehen.
Nun gab es Streit wegen des Wasserrechtes, welches beide Kontrahenten für sich beanspruchten. Im Winter führte der Bach genug Wasser um beide Mühlen zu betreiben .Für die Sommermonate musste eine Lösung gefunden werden. Es kam zu einem Prozess vor Gericht, in dem es für beide Parteien um sehr viel Geld ging. Beide wurden ärmer und schlussendlich kam es zu folgender Regelung: Während des Sommers hatte FRERES das Wasserrecht während der ganzen Woche, wohingegen TENKES nur von samstags bis montags das Wasser zum Antrieb seiner Mühle nutzen durfte. Dieser Zustand machte die Mühle unrentabel und 1873 wurde die Mühle und etwas Land zwangsversteigert. Die „Tenkesmühle“ ging in den Besitz von Joseph HOFER aus Sehlem (D). Um 1892 verließ die Familie HOFER die Mühle. Neuer Besitzer wurde ein MATGEN aus Wiltz, der die Gebäude nicht mehr nutzte. Damit war der Streit im Tal der „Clerve“ beigelegt und die Gebäude dem Verfall preisgegeben. Einiges Gehölz aus der Mühle wurde von Mathias SCHLOEFFER zum Bau des Hauses 15 „ a Mangesch“ genutzt. Heute erinnern ein Hafen Steine und Überreste des Mühlengrabens an die „Tenkesmühle“.

An diese Zeit konnte sich „Léinert Jamper“ noch gut erinnern. In der Stube beim Ofen hat er mir dieses Stück Geschichte erzählt und 1983 hat Germain Wagener Einzelheiten niedergeschrieben.

M3 Frèresmillen

Die „Freresmillen“ liegt isoliert etwa anderthalb Kilometer südlich von Drauffelt und zwei Kilometer nördlich der Ortschaft Enscheringen. Die Mühle erreicht man von der Straße aus über eine kleine Brücke, die den Fluss Clerve überquert. Auf dem Urkataster von 1824 ist die Mühle samt Brücke noch nicht eingetragen. Die Mühle wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von der Familie FRERES – DONDLINGER, einer bedeutende Gerberfamilie aus Enscheringen erbaut. Als Verwalter und Müller arbeitete hier der Bruder Michel FRERES.

Michel FRERES *20.07.1810 in Enscheringen – +14.08.1888 in Enscheringen.

Danach übernahm der Bruder Joanna Nicolaus FRERES den Mahlbetrieb und stellte einen deutschen Müller ein. Er starb kurze Zeit später.

Joanna Nicolaus FRERES *20.07.1822 in Enscheringen – +17.01.1889 in Enscheringen
verheiratet am 16.05.1872 in Wilwerwiltz mit
Gerdraude DONDLINGER *26.08.1851 in Christnach – +06.10.1917 in Enscheringen

Auch gibt es Angaben über einen Pächter P. GEIMER aus Knaphoscheid, dieser soll bis 1895 auf der Mühle gewesen sein. Dabei könnte es sich um Johann Peter GEIMER, Sohn von Martin GEIMER und seiner Ehefrau Marie Catherine WEYRICH, aus dem „Schentenhaus“ in Knaphoscheid handeln.

Johann Peter GEIMER *13.03.1830 in Knaphoscheid – +02.04.1898 in Knaphoscheid

Ihm folgte noch THEIS aus Winseler, der bis 1905 auf der Mühle war. Bis 1914 führte die Witwe FRERES dann zusammen mit einem deutschen Müller den Betrieb weiter. Anschließend kamen Nicolas KOENER (* 1895) aus Selscheid und seine Schwester als Mühlenbetreiber auf die „Frèresmillen“.

1918 heiratete Nicolas KOENER in Draufelt ein und hatte in Jean Joseph TURMES aus Knaphoscheid einen Nachfolger auf der Mühle.

Jean Joseph TURMES *19.09.1885 in Knaphoscheid -+23.12.1959 auf der Frèresmühle und in Drauffelt begraben verheiratet am 13.04.1920 in Boegen bei Clerf mit
Margueritte THINES *21.03.1891 in Boegen bei Clerf – +05.06.1959 auf der Frèresmühle und in Drauffelt begraben

1920 bei ihrer Heirat kauften sie die Mühle. 1930 bekam die Mühle zwei neue Walzenstühle, 1 Plansichter und einen Mahlgang aus Stein. Nun konnte auch Strom für den Eigenbedarf erzeugt werden. Im Laufe der Jahre wurde das Wasserrecht verkauft und der Deich zugeschüttet. Bis 1947 wurde in der ehemaligen Mühle noch Mehl hergestellt, Futtergetreide schrotete man noch bis 1960.

Die Müllerfamilie TURMES hatte 2 Söhne:

Michel Victor TURMES *__.__.1925 und im Krieg gefallen, am +26.01.1945 in Koeben (Oder)

victor turmes

Ferdinand Pierre TURMES *24.10.1928 in Enscheringen – + verheiratet am 26.12.1952 in Wilwerwiltz mit
Josephine BLASEN *28.08.1926 in Munshausen – +

Für kurze Zeit wohnte die Famile WAJENBERGH in der Mühle.
1963 kam die „Frèresmillen“ dann in den Besitz der Familie HULSBOSCH – VAN RUITEN

Jacobus HULSBOSCH *04.11.1908 in Holland – +21.04.1983 auf der Frèresmühle und in Drauffelt begraben, er war verheiratet mit
Hendreka VAN RUITEN *15.09.1912 in Holland – +21.05.1981 auf der Frèresmühle und in Drauffelt begraben

tun hulsbosch

Tun HULSBOSCH posiert vor seiner „Frèresmillen“ für den Photographen.