Echternach

Vor einigen Tagen trat Tourismusminister Lex Delles zusammen mit dem grünen Armee und nebenbei auch Mobilitätsminister François Bausch, beide mit ihren Fahrrädern, vor die Presse und kündigten – sichtlich „happy“- den „lëtzebuerger Velosummer“ an. Dabei fiel auf, dass ausgerechnet François Bausch, genau wie bei einer ähnlichen Vorstellung vor einigen Jahren beim „Rousegärtchen“, erneut keinen Helm trug; allerdings war er damals auch noch nicht „bei Militär“. Nach den verregneten Monaten Juni und „Julai“ soll es jetzt im sowieso etwas verkehrsberuhigten August endlich losgehen. Beide versprachen ungetrübten Fahrrad-Spass. R.T.L. war mit Jeannot Ries auch dabei, der als früherer Jugendrennfahrer und Insider und später kritischer Kommentator der Radsportszene wenigstens wusste worüber er da berichten sollte! Nachdem er vor Jahren schon, aufgrund immer wiederkehrender Dopingskandale im Profimilieu verzichtete, weiterhin für denselben Sender Radsportrennen „en directe“ zu kommentieren, was seine Liebe zum Velo jedoch nicht zu trüben vermochte, war Freund Jeannot der richtige Mann am wichtigen Radweg bei dieser Reportage! Allen wurde mitgeteilt, dass nunmehr neben den 550 km umfassenden Radwegen, im arg verregneten, sogenannten „Velo(héich)summer“, zeitweilig ganze 112 km auf für motorisierte Fahrzeuge gesperrten Landstraßen, den Radfahrern vorbehalten seien. Dies hört sich wahrlich gut an, doch allzu naiv sollten sich die von den Politikern voll motivierten Velofahrer dennoch nicht in den Sattel schwingen. Vorsicht bleibt geboten, da auf den „gesperrten“ Straßen der insgesamt 65 Gemeinden, motorisierte Anrainer nach wie vor zirkulieren dürfen und die Radfahrer dort logischerweise sowohl kreuzen als auch wohl nicht rücksichtsvoller als anderswo überholen werden. Dass das respektvolle Miteinander dort besser klappen wird, bleibt abzuwarten. Die Radfahrer sollten auch da nicht zu dritt, dreist oder unbeschwert nebeneinander fahren; derweil die bisherigen Herren und Damen der Landstraße ihrerseits den Fuß doch bitte etwas vom Gas ihrer übermotorisierten Karossen nehmen, respektiv genügend Seitenabstand beim Überholen einhalten sollten! Während 1 Meter 50 „Gesetz sind“, ist es zudem nicht verboten, sondern höchst empfehlenswert – und kostet nichts – dabei den linken Blinker zu betätigen, der hat nämlich zusätzlich Signalfunktion nach hinten! Den an Praxis fehlenden Neo-Bikern aber auch alten Hasen droht zudem nach wie vor Gefahr, wie z.B. auf den Verbindungsstrecken zwischen den Radwegen.
Trafic 2

Am-schlechten-Beispiel Echternach…

So in Echternach wo es auf kurzer Distanz gleich zwei dicht aufeinander folgende Gefahrenpunkte (points noirs) zu vermerken gibt, die auf eine unüberlegte, in sichtlicher Unkenntnis jeglicher von den Radfahrern täglich erlebten Realität, ja schon fast sträfliche Weise angelegte Fahrbahnmarkierung hindeutet! Für die strampelnden Radtouristen oder mühelos leise dahingleitenden Elektrobiker, als auch die sportlicheren Hobbyfahrer, taucht das allererste Problem schon gleich bei dem Versuch auf, die Luxemburgerstrasse auf Höhe des früheren „Charly‘s Halt“ Parkings in die rechtwinklig angelegte Duchscherstrasse alias „Hoanegässchen“ zu überqueren. Dort müssen wir immer wieder feststellen, dass die zuerst verdutzten und gleich darauf verunsicherten Radfahrer ziemlich hilflos, auf einem für sie extra angelegten, markanten blauen, mit weißen richtungsweisenden Pfeilen bestückten Parterre eine ganze Weile stehen bleiben, in vergeblicher Erwartung, dass da endlich ein barmherziger Autofahrer sie passieren lässt. Da aber dieser, zwischen den Parkplätzen liegender sicherer „Hafen“ in seiner Achse unlogischer Weise, nicht durch den üblichen rot-braunen, die Hauptstraße überquerenden Streifen ergänzt respektiv verlängert wird, ist demnach niemand, zumindest dem „Code de la route“ nach, angehalten, hier stehen zu bleiben um die Radler hinüber zu lassen. Diese müssen dann wohl oder übel warten bis niemand kommt, oder aber ihr Fahrrad nach links, bis zum 10 Meter entfernt versetzten Zebrastreifen schieben, um so einigermaßen sicher über diese sehr stark befahrene Landstraße zu gelangen…! Was sich wohl die in der Verantwortung liegenden Planer bei diesem weiterhin andauernden „Schildbürgerstreich“ gedacht haben mögen…? Wer auch immer für diese irrsinnig inkonsequente und konzeptlose Fahrbahnmarkierung verantwortlich sein mag, die von einer flagranten Respektlosigkeit den Radfahrern gegenüber zeugt, gilt es hier, an dieser wie an anderen Stellen auch, schnellstens Remedur zu schaffen! Mit allein dem üblichen „Bla-Bla“ der die sanfte Mobilität vorgaukelnden Minister ist es nämlich nicht getan, wenn man es dann in der Praxis und auf dem Terrain, nicht so genau mit der Sicherheit der in manchen Köpfen, scheinbar nach wie vor als „quantité negligeable“ eingestuften Zweiradzunft nimmt !
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